heute möchte ich Euch von Ricos schwerer Krankheit berichten und wie das alles anfing ... Zuerst einmal muss ich etwas ausholen ... Rico kam im Juli 2010 mit 9 Wochen zu uns und er war von Anfang an ein völlig untypischer Beagle was das Fressen anging. Er bekam Eukanuba pur (egal ob trocken oder eingeweicht) am Morgen (was meist bis Mittags nur zum Teil oder auch gar nicht angerührt stehenblieb) und am Abend mit gekochten Reis/Huhn/Möhren, Magerquark, Eigelb, oder Honig und das fraß er komplett auf. Er war also von Anfang an ein bisschen mäklig!
Es war am Sonntag den 20.02.2011 als ich mich beim Gassigehen wunderte dass er mir 2 x seiner Leckerli nicht abnehmen wollte. Sein morgendliches Fressen hatte er mal wieder nicht angerührt. Im Laufe des Tages erbrach er sich dann mehrmals ... er verschmähte Wasser, sämtliche Leckerlis und auch seine heißgeliebte Leberwurst. Er wurde immer apathischer und so fuhren wir voller Sorge am frühen Nachmittag in die Klinik. Die behandelnde Ärztin meinte dann er hätte sich den Magen verdorben und gab ihn 2 Spritzen (eine entzündungshemmende und eine gegen Erbrechen). Wir sollten wiederkommen wenn es nich besser würde.
Am Montag Mittag als unsere Tierärztin aufmachte war ich sofort bei ihr da es Rico immer schlechter ging. Sie untersuchte ihn kurz, maß die Temperatur (leichte Untertemperatur) und hat seinen Blutdruck gemessen. Ergebnis ihrer Untersuchung war ... Liebeskummer! Da er ja nun ein pubertierender Hund sei und zur Zeit viele läufige Hündinnen unterwegs seien wisse er nich was das alles zu bedeuten hätte und gab ihm 2 Spritzen (eine Aufbau- und eine Apetitanregende) und sie gab mir noch "Kummerperlen" mit (sie iss sehr auf dem Homopathischen Tripp) und meinte ich solle ihm jede Stunde 5 Stück davon geben und wenn es nich besser wird solle ich am Dienstag wiederkommen dann bräuche er eine Infusion um nicht zu dehydrieren. Beruhigt ging ich nachhause mit ihm. Auf dem Heimweg fing dann auch noch ein wässriger gelblicher Durchfall an. Die "Kummerperlen" und auch das bisschen Wasser was wir ihm am Nachmittag mühevoll eingeflößt hatten erbrach er auch immer wieder und da die Spritzen gegen Abend immer noch keine Wirkung zeigten, es im Gegenteil Rico immer schlechter zu gehen schien, rief ich noch einmal in der Praxis an. Die Sprechstundenhilfe riet mir, nach Rücksprache mit der Ärztin, ich solle es doch mal mit Hühnerbrühe versuchen. H A L L O!!! Ich legte auf ... mir platzte der Kragen und mein Mann und ich fuhren wieder in die Klinik und berichteten der dort diensthabenden Ärztin die Geschichte. Sie meinte dann das beim Liebeskummer kein Erbrechen sein dürfte. Sie vermutete dass er vielleicht was gefressen habe was unverdaulich sei und wir sollten seinen Magen röntgen. Was wir taten ... auf den Bildern war allerdings nichts zu sehen. Er kriegte dann wieder 2 Spritzen (wieder eine Aufbauspritze und ein Antibiotikum) und wir sollten wenn es nich besser wird auf jeden Fall Mittwoch wiederkommen zur stationären Aufnahme.
Mittwoch war Rico dann schon so schwach das er kaum noch laufen konnte ... er torkelte regelrecht. Wir fuhren also wieder in die Klinik und die diensthabende Ärztin kriegte einen Schreck als sie Rico sah. Sie untersuchte ihn sehr gründlich, hörte sich den Krankenverlauf und die Aussagen der anderen Ärztinnen genau an und stellte dann einen extremen Mundgeruch beim Rico fest. Sie vermutete einen Fremdkörper im Schlund und machte Röntgenaufnahmen ... Ergebnis gleich Null! Sie meinte dann das alles auf einen Fremdkörper hindeute den man auf dem Röntgenbild vielleicht nicht sehen könne und sagte dass man Rico evtl. operieren müsse was aber im momentanen Zustand auf keinen Fall gehe da er das wohl nicht überleben würde ... Sie schlug dann noch ein Blutbild machen zu lassen vor und nahm Rico stationär auf. Abends kriegten wir noch einen Anruf aus der Klinik dass das Blutbild den Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung nahe lege. Woher die käme könne sie nich sagen da Rico ja jung (9 Monate zu der Zeit) und schlank sei ... es könne irgendwas zu fressen gewesen sein ... oder Wasser aus dem See ... oder, oder, oder!
Am nächsten Morgen telefonierten wir wieder mit der Klinik. Die Ärztin die ihn eingewiesen hatte war dran und sagte uns dass sie in der Nacht (Mittwoch 23.02 gegen 2.00 Uhr) schon gedacht hätte Rico sei verstorben da er überhaupt nicht mehr reagiert hätte. Sie sagte uns dass in seinem wässrigen Durchfall nun auch noch Blut beigemischt sei und dass sie eine Blutsenkung machen möchte weil nun der Verdacht auf Rattengift sei! Bis wir am Mittag wieder anrufen konnten sind mein Mann und ich 1.000 Tode gestorben! Der Gedanken ihn zu verlieren war uns unerträglich und doch machten wir uns auf das Schlimmste gefasst! Als dann gegen Mittag der Anruf kam und das es kein Rattengift sei sondern eine Begleiterscheiung der wirklich schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung ließ uns in Tränen ausbrechen.
Donnerstag telefonierten wir wieder und es hieß er sei auf dem Weg der Besserung aber noch lange nicht über den Berg da er immer noch jegliche Nahrung und Wasser verweigerte und somit weiterhin am Tropf bleiben müsse.
Am Freitag bat mich die behandelnde Ärztin um unseren Besuch da die Werte des Blutes soweit gut seien was die Entzündung anginge, er aber immer noch nicht fressen oder trinken wollte und sie nun vermutete das er Kummer hatte weil er ja sehr jung iss und nun schon mehrere Tage ohne seine vertraute Meute war. (Wir sollten ihn eigentlich nicht besuchen ... hat die Klinik nicht so gern). Freitag (25.02) waren wir (mein Mann und ich) dann für eine knappe Stunde da ... er lag auf einer Decke ... wedelte schwach mit dem Schwanz und hob den Kopf als wir reinkamen, mehr nicht. Es brach mir fast das Herz ihn so zu sehen. Wir streichelten und knuddelten ihn und sprachen mit ihm und er verschlief aber unseren Besuch mehr oder weniger ... als die Ärztin dann reinkam um zu sagen dass wir langsam wieder gehen müssen legte Rico seinen Kopf in meine Hand, so nach dem Motto "nun kann Frauchen nicht gehen" ... es fiel uns sooo schwer ihn da zu lassen ... nun wissen wir auch warum die Klinik Besuche nicht so gerne sieht! Am Freitag Abend dann die Nachricht das Rico nun endlich ein paar Schinkenwürfel gefressen hätte.
Am Samstag (26.02) und Sonntag (27.02) dann weitere gute Nachrichten! Montag den 28.02 durften wir ihn dann Nachmittags endlich wieder abholen! Er hatte bei der ersten Vorstellung in der Klinik (20.02) ca.13,6 kg gehabt ... Montag dann nur noch 10,2 kg. Er war noch recht schwach und er sollte nicht mehr wie eine halbe Stunde Gassigehen am Stück, nich zu viel (ca. 10 min höchstens) mit anderen Hunden spielen und ca. 1 Woche Diätfutter (gekochtes Hühnchen mit Reis) und auch nur gekochtes Hühnchen als Leckerlis kriegen. Sein Stuhlgang war bis zum Samstag (05.03) recht gelblich und breiig. Diese Diät kriegte er bis Samstag den 05.03 ... am Sonntag fingen wir dann an zu barfen und sind davon bisher total begeistert ... vorallen der Rico!
Hallo Chris, mensch das liest sich wie ein Alptraum! Ich kann mir vorstellen wie es Euch dabei gegangen ist. Es freut mich sehr, dass die Bauchspecheldrüsenentzündung entdeckt wurde. Was ich nicht verstehen kann ist, dass bei der Blutuntersuchung, dass nicht sofort erkannt wurde. In den Blutwerten kann man das gut ablesen! Naja von der Qualität der TÄ bin ich eh nicht mehr sehr überzeugt. Wir fahren immer gleich in die Tierklinik auch zu normalen Untersuchungen. Unsere SHanti hat ähnlich schlimmes auch hinter sich! Barft Ihr mit frischem Obst/Gemüse Brei oder dünstet Ihr es? Ich habe mehrfach gelesen, dass bei Hunden mit Bauchspeicheldrüsenproblemen das gedünstet werden sollte. Gebt Ihr Zusaätze dazu wie Öl ect.
Ich drücke Euch Daumen und Shanti die Pfötchen, dass Euer Schatz nun von solch schlimmen Krankeiten verschont bleibt und Ihr Ihn lange lange noch bei Euch habt.
Danke für Euer Interesse! Jeannine, das hab ich vielleicht nich richtig rübergebracht ... aber die Blutuntersuchung am Dienstag brachte die Entzündung erst zum "Vorschein". Am Sonntag und Montag in der Klinik und bei unserer Ärztin kam man nich auf die Idee eine Blutuntersuchung zu machen. Da wir "Neulinge" in Sachen Hundebesitzer sind vertrauten wir halt voll und ganz auf die Behandlungen die Rico am So und Mo bekam. Und wir barfen mit frischen Obst und Gemüsebrei und ja er bekommt immer ein bisschen Öl mit ins Futter gemischt. Und Rico hatte eine akute Entzündung ... heißt wohl er iss wieder ganz gesund.
das ist ja ein echtes Horrorszenario was Ihr und Rico da durchlebt habt. Die Sorge und all das drumherum können Cori und ich gut nachvollziehen.Wir hatten schon etwas ähnliches und ebenfalls mit HappyEnd. Was uns erspart blieb waren falsche und voreilige Diagnosen und das ist wohl für Rico mit das gefährlichste gewesen. Ihr wißt jetzt auf jeden Fall,daß ihr einen kleinen Kämpfer habt und solche Erlebnisse schweißen unheimlich zusammen. Für die Zukunft alles Gute.
LG Marko
Verstehen stellt besondere Anforderungen, Missverstehen nicht
Danke für die netten Worte und jep Rico iss ein Kämpfer ... von daher ein Glück dass er noch so jung iss ... wenn sowas in 10 Jahren (oder so)passiert wäre hätten wir ihn wohl vorzeitig erlöst. :(
Hi Marko, menno wie peinlich *schäm Sorry an Corinna! Der Abstand zwischen einem Fettnäpfchen zum anderen beträgt genau eine Chris *grins
Bin Deinem Link gefolgt und jep das hört sich sehr ähnlich an wie beim Rico. Außer das mit dem Fieber waren bei ihm auch die Symtome wie bei Eurem Benny. Habe dann noch ein bisschen bei Euch gestöbert und finde Eure Seite einfach Klasse!