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Edi - ein positives Therapiebeispiel
Edi war ein aufgeweckter ruheloser junger Hund, der ständig beschäftigt werden wollte. Ende November 2007 (Edi war gerade 8 Monate) bekam er abends Schüttelfrost. Er zitterte am ganzen Körper und hatte über 40 ° Fieber und war abgeschlagen und später auch empfindlich für Berührungen. Wir fuhren zum Tierarzt und das Edi Schluckbeschwerden hatte, nahmen wir an es sei eine Grippe. Zu diesem Zeitpunkt waren wir auch immer in der Welpenstunde, so dass auch dort eine Ansteckung erfolgt sein könnte. Die Mandeln waren geschwollen und er hatte eine Bindehautentzündung. Er bekam Antibiotika und Fiebermittel gespritzt und war nach einer Woche wieder fit. Vier Wochen später zu Silvester das selbe Spiel. Wir waren beim Bereitschaftsarzt, weil unsere Tierärztin nicht da war und meinte schon, wenn das wieder vorkommt, müssten wir eine Blutuntersuchung machen. Edi bekam wieder Antibiotika und Fiebermittel. Nach einer Woche war er wieder völlig der Alte.
Im Februar 2008 Edi hatte wieder Schüttelfrost, er war schlapp, hat nicht gefressen, konnte sich kaum auf den Beinen halten. Ich fuhr zur Tierärztin, er hatte wieder 40,5 Fieber. Er ließ sich den Kopf nicht bewegen, wollte sogar beißen und hat gejault. Seine ganze Körperhaltung war steif, er konnte sich nicht schütteln und nicht kratzen und auch nicht fressen. Unsere Tierärztin ging vom Beagle-Pain-Syndrom aus. Meine Tierärztin hat selbst einen Beagle und hatte bereits in ihrer Praxis Beagle-Pain behandelt. Eine endgültige Bestätigung der Krankheit hätte eine Hirnwasseruntersuchung gebracht. Wir waren uns aber einig, erst mal die Cortison-Therapie zu versuchen und Edi ggf. in die Tierklinik zu bringen. Das Beagle-Pain erklärte auch das hohe Fieber und die ständigen Rückfälle. Er bekam erst mal ein Fiebermittel und Antibiotika zur Stärkung, dann sollte ein paar Tage später, wenn sich sein Allgemeinzustand verbessert hätte die Cortisontherapie beginnen.
Nachdem Edi das Fiebermittel und das Antibiotika bekommen hatte, ging es ihm ein wenig besser. Er hatte auch ein wenig gefressen. Am nächsten Morgen ging es ihm wieder schlecht und ich hatte keine Chance irgendetwas Fressbares oder die mitgegebenen Tabletten zur Fiebersenkung in den Hund zu bekommen. Ich wusste, dass das mit dem Fieber 2 - 3 Tage dauern kann. Zu dieser Zeit war er nur ein Häufchen Unglück. Edi hat Probleme beim Kot absetzen. Der Stuhl war blutig und so sind wir wieder zur Tierärztin.

Edi hatte wieder hohes Fieber. Das Blut im Stuhl kam wahrscheinlich vom Fiebermittel. Wir haben uns dann geeinigt, dass wir sofort mit dem Cortison (Prednisolon Dosis 30mg) anfangen und versuchen das Fieber (40,1°) mit Hausmitteln (Wadenwickeln) zu senken. Wichtig war vor allem das Prednisolon in den Edi reinzubekommen. Ich habe es dann aufgelöst und mit Spritze verabreicht. Ich habe dann 3 Stunden Wadenwickel gemacht. Aller 10 Minuten wurden die Umschläge an allen 4 Pfoten gewechselt und gegen 14.00 Uhr war das Fieber auf 39,6° gesunken. Gleichzeitig habe ich aller halben Stunde Wasser mit und ohne Traubenzucker mit Spritze eingeflößt und ab 16.00 Uhr ging es dann bergauf.

Er wollte dann auch etwas fressen, Wadenwickel ließ er sich dann auch nicht mehr gefallen, was stark auf Fiebersenkung deutete. Allerdings konnte er den Kopf nicht wirklich nach hinten strecken und auch nicht nach unten beugen. Selbständiges Fressen aus dem Napf ging noch nicht, sondern nur aus der Hand oder aus einen flachen Schale in Kopfhöhe.
Der Darm war dann wieder ok. Die Blutung kam definitiv vom Fiebermittel.
Die Blutwerte von Edi waren nicht gut. Der Leukozyten-Wert war noch erhöht und das konnte mit dem BPS zusammenhängen. Es gab aber noch ein paar nichtdefinierbare Blutzellen. Beim 2. Bluttest war aber alles in Ordnung.
Bei Edi wirkte dann das Cortison in vollen Zügen... Er hatte bisher immer mal ein Leckerli versteckt, wenn er es nicht gleich fressen wollte. Mittlerweile hatte er offensichtlich einen beachtlichen Vorrat angelegt - mein Hamsterchen. Diese Vorräte wurden jetzt systematisch freigelegt. Ich wusste manchmal gar nicht, wo er das Schweineohr oder den Keks her hat. Da er aber bei mir in der kompletten Wohnung rumstromern darf hat er noch paar Verstecke für die "schlechten Zeiten" gefunden. Auch im Garten wurden jetzt wieder Dinge ausgegraben... Die Fressattacken waren echt schlimm. Edi versuchte ständig an Futter ranzukommen. Edi ist eher ein schmaler Beagle. Ich habe zwar sehr darauf geachtet, dass er möglichst nur die zugeteilte Futtermenge bekommt, aber das eine oder andere Brötchen verschwand schon mal blitzschnell im Beagleschlund. Edi ist eher ein schmaler Beagle. Bei 40 cm Schulterhöhe hatte er 12,5 kg, heute wiegt er 14 kg. Edi ist durch die Medikamente ruhiger geworden (vor allem in der Hochdosierung). An diese veränderte Verhaltensweise musste ich mich erst noch gewöhnen.
Edi bekam 1 Woche Prednisolon 30 mg, dann 2 Wochen 20 mg und danach 10 mg. Es wurde nach um nach reduziert im 2-Wochentakt. Mit jeder Redzierung kommt die Angst, es könnte nicht klappen. Zum Schluss waren wir auf ¼ Tablette (also 5 mg) aller 2 Tage. Ende Mai 2008 haben wir das Prednisolon abgesetzt. Seitdem ist er beschwerdefrei.
Übrigens nach der Therapie hatte ich einen 150%ig frechen Beagle wieder. Man hatte das Gefühl, er hat was nachzuholen.

Edi wird am 17.03.2009 zwei Jahre und ich hoffe, er hat die Krankheit überstanden. Eine kleine Angst bleibt aber immer.
geschrieben von Helke Stecher

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